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Abwarten und Raclette essen

Es gibt diese Eselsbrücke in Sachen Zeitumstellung, wonach man die Gartenmöbel im Sommer vor die Tür stellt und sie im Winter wieder in den Schuppen zurückstellt. Es ist vollbracht, ab heute stehen die bunten Gartenmöbel, auf denen wir den Sommer feierten, wieder im dunklen Schuppen. Schluss mit lustig. Keine Sonne mehr, dafür ganz viel Dunkelheit. Nie hat die Zeitumstellung mehr Sinn ergeben. Die Menschen werden ab sofort eine Stunde länger schlafen und werden wegen der frühen Dunkelheit früher nach Hause gehen. Womöglich hatte Bill Gates seinen verschwörerischen Coup bereits vor 40 Jahren vorbereitet, wohlwissend, dass ihm die Zeitumstellung später in die Karten spielen würde.

Clemens Tönnies wird heute 1.250 Schweine mehr abschlachten.

Markus Söder dürfte es allemal gefallen, dass wir dadurch dem Lockdown ein gutes Stück näher sind. Jens Spahn dürfte es auch in die Karten spielen, hat er doch jetzt eine Stunde mehr Zeit, um vielleicht doch noch in diesem Jahr einen Impfstoff zu finden. Boris Becker hat eine Stunde mehr Zeit, um seine Vermögensverhältnisse zu verschleiern. Metzger Tönnies wird heute 1.250 Schweine mehr abschlachten können als an gewöhnlichen Tagen. Der Wendler darf eine Stunde länger mit seiner kleinen Laura spielen. Alle haben sie irgendwie nützliche Zeit dazu gewonnen. Nur ich nicht. Ich muss 2020 einfach nur eine Stunde länger ertragen.

Letzter Garteneinsatz vor dem Winter-Lockdown.

2020 ist abgehakt, ich sitze es einfach aus.

Aber gut, eine Stunde mehr macht das Kraut auch nicht Fett. Ich habe das Jahr innerlich ohnehin schon abgehakt. Ich rege mich nicht mehr auf über all die verpassten Chancen und Möglichkeiten. Ich sitze es einfach aus, wohlwissend, dass das nächste Jahr nur besser werden kann. Seitdem tue ich mir viel leichter den ganzen Pandemie-Irrsinn zu ertragen.

Ich hinterfrage auch keinerlei Vorgaben mehr. Masken auf dem Marienplatz? Klar, wenn ihr Spaß dran habt. Masken im Ziegenstall auf Gut Aiderbichl? (https://www.gut-aiderbichl.com/besuchbare-gueter/iffeldorf/iffeldorf/) Aber gerne doch, stinkt eh wie die Pest. In der Waschanlage im Auto sitzen bleiben anstatt, wie sonst, Kaffee zu trinken? Kein Problem, euer Kaffee schmeckt eh Scheiße. Mit Maske bei Karstadt Masken kaufen, die man aus Hygienegründen nicht anprobieren darf? Ähm, schwierig. Da könnte einem glatt die Luft wegbleiben vor lauter Irrsinn. Wie gut, dass mein Gym atemaktive Sportlermasken vertreibt. (https://leos.tv)

Mein Favorit: Die Maske meines Yoga Lehrers Eric Brown im Leo's Sportsclub.

Wenn Umkleiden zu erotischen Spielwiesen werden.

Wurde ich vor ein paar Monaten noch wie ein Sexstrolch von einer aufgeregten Verkäuferin aus der Umkleidekabine gejagt, als ich meiner Freundin beim Wäschekauf beratend zur Seite stand, wurde ich gestern in einer anderen Boutique, in den Münchner Riem Arcaden, aufgefordert, mich doch bitte zu meinem Mädel in die Kabine zu gesellen, um die anderen Damen nicht zu gefährden.

Ja, da eröffnen sich plötzlich ganz neue Spielwiesen. Wer hätte das gedacht, dass man irgendwann mal, völlig ungeniert, Masken-Phantasien in öffentlichen Umkleiden ausleben darf. Als uns im Eifer des Ankleide-Gefechts auch noch eine Maske zerreißt, bringt die Verkäuferin uns tatsächlich ein neues Verhüterli zur Kabine. Serviert auf einem Silbertablett. Wenn das mal kein löbliches Konzept ist, um den angeschlagenen Einzelhandel wieder in Schwung zu bringen. Da muss Amazon sich warm anziehen. Oder mit Pornhub fusionieren.

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!

Das mit dem, wahlweise, halbvollen oder halbleeren Glas funktioniert ja irgendwie immer, wenn man nur will. Bestimmt auch an Weihnachten. Noch zwei Monate bis Santa Claus kommt. Bleibt abzuwarten, ob sein Rauschebart von den Behörden als akzeptabler Schutz anerkannt wird, oder ob er sich eine zusätzliche Maske überziehen muss. Zumindest dürfte das diesjährige Fest kuschelig ausfallen. Besinnlich Zuhause, sich auf die wahren Werte des Christenfestes besinnend, mit leckerem Essen und Trinken. Kein Schritt vor die Tür.

Corona-konformes Weihnachten ohne Alkohol, Zucker und Fett.

Lohnt sich eh nicht, ohne Weihnachtsmärkte, ohne Christmette und ohne Shopping-Wahnsinn. Keine Glühweinstände, denn Alkoholkonsum wird bis dahin bestimmt komplett verboten sein. Schlittenfahren nur mit zwei aus einem Haushalt, und die auch nur mit Schnelltest an Ampel-tauglichen Hügeln Da Schneeballschlachten große Infektionsketten auslösen können, werden sie bestimmt mit Freiheitsstrafen geahndet werden. Wegen der omnipräsenten Klimadiskussion wird’s wahrscheinlich nicht mal echte Tannenbäume geben. Und da Übergewicht zu den absoluten Corona-Killern gehört, wird die Süßwarenindustrie einbrechen und die Bauern werden auf ihren Gänsebraten sitzen bleiben. Stattdessen wird Attila Hillermann Rekordumsätze mit Tofu-Würstchen einfahren, die er in einen neuen Porsche investiert, mit dem er dann durch die Republik düst, um Bill Gates zu verdammen, den Mann, dem er das Jahr seines Lebens zu verdanken hat.

Weiwei und ich üben schon seit Wochen fürs Weihnachtsfest.

Mit zehn Kilo Raclette bis zum Jahresende ausharren.

Ja, die Welt spielt verrückt, aber mich juckt das wenig. Die vegane Nazitruppe wird im nächsten Jahr wieder unter dem Stein verschwinden, unter dem sie hervorgekrochen sind. Das Heimatland ihres Anführers wird weiterhin erst recht nicht in die EU aufgenommen werden. Söder wird kein Kanzler werden. Andi Scheuer kein Bundespräsident. Und Tofu-Würstchen wird’s an Weihnachten auch nicht geben. Weiwei und ich sind gewappnet, um das leidige Jahr kalorienträchtig ausklingen zu lassen. Ich habe zehn Kilo Raclette-Käse gebunkert, dazu einen vollen Weinkeller, einen Sack voller Marzipan und Schoko-Nikoläuse, sowie jede Menge Klopapier. Von mir aus könnte 2020 sogar im Lockdown auslaufen. Egal wie, Hauptsache weg damit.

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