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Essen

Gastfreundschaft: Der Nachbartisch hat auf meine neugierigen Blicke mit einer Einladung reagiert.

Peking ist teurer als erwartet. Die Mieten sind ähnlich hoch wie in München. Die Luxusgüter kosten das gleiche, wenn nicht mehr. Selbst Huawei Smartphones sind nicht günstiger. Einzig Essen und Trinken sind billiger, zumindest, wenn man sich für die einheimische Variante entscheidet. Wenn ich im chinesischen Supermarkt vor der Haustür Lebensmittel einkaufe, zahle ich für zwei volle Einkaufstüten 20 Euro.

Die Qual der Wahl

Nachteil: Ich weiß manchmal nicht, was ich da gekauft habe und muss mich mitunter von dem ein oder anderen wenig schmackhaften Lebensmittel wieder trennen. Die Auswahl ist riesig und leider immer nur in chinesisch beschriftet. Wenn ich sicher gehen will, dann gehe ich fünfhundert Meter weiter in ein Einkaufszentrum nach westlichem Vorbild. Da kosten zwei Einkaufstüten dann 50 Euro. Dafür gibt’s richtigen Kaffee und zuckerfreien Joghurt. Mit Kaffee hat der Chinese nicht viel am Hut. Mit zuckerfrei oder kalorienreduziert auch nicht. Dafür essen sie Sachen, die mitunter einfach nicht erkennbar sind.

Was soll das sein? Keine Ahnung!

Das Futter ist mitunter so exotisch, dass auch meine Translation App mir nicht erklären kann, was das sein soll, was sie mir da offerieren. Süß? Salzig? Tierisch? Pflanzlich? Keine Ahnung! Trotzdem koste ich tapfer jeden Tag einmal was Neues. Assimilation und so. Meistens esse ich es jedoch nicht auf.

Assimilation kennt auch Grenzen.

Sei erwähnt, dass ich sehr picky mit Essen bin und ungern von meinem eher vegetarisch orientierten Bio-Futterplan abweiche. Das fällt trotzdem nicht schwer, da die hiesigen Restaurants eine unglaubliche Vielfalt an fantastischen und günstigen Speisen im Angebot haben. Ich zahle selten mehr als fünf Euro für eine Mahlzeit.

Mein Leibgericht in der Stammkneipe nebenan. Was das genau ist? Keine Ahnung!

Das Gute: Sie sind bebildert. Ganz so, wie man das aus minderwertigen Touri-Fallen in Spanien oder Italien kennt. Mit dem Unterschied, dass das hier keine Touri-Restaurants sind und dass die Speisen auf den Fotos tatsächlich den servierten Tellern entsprechen. Das erleichtert einem Analphabeten, wie mir, die Nahrungsaufnahme ungemein. Einfach auf’s Foto zeigen.

My favourite: Spicy Sichuan Style.

Dann nochmal mit Fingerzeichen betonen, dass man nur eine Portion will. Sie fragen immer nach, wie viele Teller man will. Ganz so, als ob man noch Gäste erwartet. Schon beim Betreten des Lokals werde ich regelmäßig ungläubig gefragt, ob ich alleine bin. Man geht hier nicht alleine essen. Ihre mitleidvollen Blicke sprechen Bände. Der arme Tropf. Was stimmt nicht mit dem, dass der alleine essen muss?Ja Leute, ich bin neu in der Stadt und für gesellige Runden reicht mein chinesisch noch nicht aus.

Sichuan Style. In Chili-Öl oder Chili-Sud gegart

Aber sehr wohl, umpi jiu (Bier) und mi (Reis) zu bestellen. Mit letzterem outete ich mich endgültig als Alien, denn Chinesen bestellen gewöhnlich kein Reis zum Essen. Womöglich, weil man die servierten Portionen auch ohne Sättigungsbeilagen kaum bewältigen kann. Oder weil sie einfach auf ihre Figur achten. No Carbsund so.Vielleicht der Grund, warum hier so wenig dicke Menschen zu sehen sind. Die Mehrzahl ist ziemlich schlank. Anders als ich. Binnen kürzester Zeit trage ich einen kleinen Ranzen spazieren, da meine kulinarischen Exkursionen leider Wirkung zeigen. Gar nicht Model-like. Aber vielleicht auch schon wieder so exotisch, dass es mir einen Wettbewerbsvorteil verschaffen könnte. Als einziges Plus-Size-Model.

Ein Kommentar

  1. Alan Grund Alan Grund

    Ja ((-; spicy Sichuan Chicken war auch mein favourite als ich in Shanghai war.
    Aber überhaupt hat mir die Sichuan Küche am besten geschmeckt. Ich erinnere mich immer gerne an die Kelnerin die jedesmal wenn sie an meinem Tisch vorbei kam mir die Tellerchen und Schüsseln wieder in die “richtige” Ordnung brachte…
    Noch viel Spass und Erfolg! Freue mich auf mehr Posts!

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